Topographisches Handbuch von Oberschlesien
Felix Triest
Polizeibezirk Rauden, a. Parochie Rauden
liegt 1/3 Meile unterhalb Groß-Rauden an der Ruda, 2 ¼ Meile nordwestlich von der Kreisstadt. Das Terrain (1538 Morgen Acker) ist wenig wellenförmig, das ziemlich breite Rudathal wird von den sandigen, waldbedeckten Hügeln begrenzt. Im Rudathal ist der Boden feuchter, humoser lehmiger Sand und ziemlich tragbar, die ansteigenden Ländereien aber sind zu sandig, um noch als gutes Ackerland bezeichnet werden zu können. Neben dem mangelhaften Ackerbau beschränken sich die Erwerbmittel der Bewohner auf die Arbeit im herzoglichen Forst. Klein-Rauden hat seine eigene Schule für 107 Kinder. Auch eine eingängige amerikanische Mühle ist vorhanden. Es sind im Dorfe 103 Haushaltungen mit 490 polnisch Sprechenden und einem Viehstande von 38 Pferden, 1414 Stück Rindvieh, 28 Schweinen und 4 Ziegen.
Als Marktort wird, je nach der Witterung und Beschaffenheit der Wege, für diejenigen Producte, die sich in Groß-Rauden nicht absetzen lassen, Pilchowitz,
Kieferstädtel, Gleiwitz oder Rybnik benutzt. Zu Klein-Rauden gehört noch die Mühle Quidate und das Forsthaus Wildeck. Quidate, die Herzogliche Brettmühle liegt 1/12
Meile westlich von Klein-Rauden an der Ruda und enthält in 4 Haushaltungen 25 Menschen und einen Viehstand von 2 Pferden, 10 Stück Rindvieh und 1 Schwein;
Wildeck liegt 1/16 Meile südwestlich von Klein-Rauden, enthält 1 Haushaltung mit 10 Menschen und einen Viehstand von 4 Stück Rindvieh. 115 Thlr. Grund-, 10 Thlr.
Haus-, 218 Thlr. Klaffen- und 44 Thlr. Gewerbesteuer.