Am 15. August 1998 der schlesische Woiwide Marek Kempski den Übereignungsakt anhand dessen, der Palast - Kloster - Komplex in Rauden (Rudy) dem Gleiwitzer Ordinarius Bischof Jan Wieczorek, übergeben wurde.

Das Kloster in Rauden wurde im Jahre 1258 durch die Zisterzienser von Geldern aus der Stiftung des Oppelner Herzogs Wladyslaw III gegründet.

Diese grauen Mönche, bekannt durch ihren Fleiß und ihre Wirtschaftlichkeit, verwandelten (in Kürze) bald danach das in ihre Hände gelegte Gelände in eine blühende Gegend.

Außer der wirtschaftlichen Tätigkeit war das Kloster ebenfalls ein sehr ernsthaftes und bedeutendes Kulturzentrum.

Im Jahre 1744 wurde in Rauden ein Gymnasium mitsamt einem Schülerinternat gegründet.

Diese Bildungsstätte, an der, während der Zeit ihres Bestehens, ca. 2000 Gymnasiasten die mittlere Reife erlangten, war von sehr großer Bedeutung für ganz Oberschlesien.

Große Aufmerksamkeit widmeten die Zisterzienser in Rauden der Bibliothek.

Die Kodexe (Hndschriftensammlungen) der Raudener Bibliothek wurden gekauft, abgeschrieben und innerhalb der sechs Jahrhundertendes Bestehens der Abtei gesammelt.

Im Jahre 1812 zählte die Bibliothek ca. 10 Td. Bücher.

Die reiche Geschichte über die Anwesenheit der Zisterzienser in Rauden wurde im Jahre 1810 unterbrochen, zur Zeit, als aufgrund des Ediktes (Erlasses) des Preußenkönig Friedrich Wilhelm II sämtliche Ordensversammlungen aufgelöst wurden.

Die Klostergüter wurden danach in die Hände des Geschlecht Hohenlohe - Waldenburg - Schilingfürst übergeben.

Die Vertreter dieses Geschlechts, die mit der Zeit den Titel "Fürst (Herzog) von Ratibor" angenommen hatten, waren bis zum Jahr 1945 Eigentümer der von den Zisterziensern erlassenen Objekte (Gegenstände), m.a. W. bis zum Zeitpunkt, als die Raudener Gegend durch Abteilungen der Roten Armee besetzt wurde.

Darauf kam es zu einer Ausplünderung des Palast-Kloster-Komlexes und danach zur Brandlegung.

Seit diesem Zeitpunkt, über einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren ist dieses Baudenkmal in eine immer größere Ruine verfallen und hat auch keinen Hausherrn gefunden der imstande gewesen wäre, die ehemalige Pracht und Herrlichkeit dieses Komplexes wiederherzustellen.

Dieser Stand hielt bis zum Jahr 1998 an.

Erst die jetzigen Mitglieder des Schlesischen Woiwodschaftsamtes zu Kattowitz trafen die Entscheidung, diesem Platz seine frühere Ehre zurückzugeben.

Das Zentrum der Zisterzienser, das über hunderte von Jahren der Festigung des Glaubens des oberschlesischen Volkes gedient hatte, das Kultur ausstrahlte und einen bedeutenden Anteil an der zivilisatorischen Entwicklung dieser Erde hatte, wurde nun der Kirche übergeben, damit es von neuem, so wie vor Jahrhunderten mit Leben, Arbeit und Gebet erschallen kann. Gemäß den ursprünglichen Bestimmungen, den zeitgenössischen Vorhaben und Plänen soll sich diese Stätte so wie vor Jahren, zu einem Zentrum des Glaubens, der Kultur und der Bildung, nützlich für die Einwohner Oberschlesiens, entwickeln.

Ihre Hilfe werden wir zum Aufbau und zur Modernisierung des Komplexes ansetzen und wir beabsichtigen dort  
Konferenz- und Begegnungssäle vorzubereiten, die dann später ebenfalls für gesellschaftliche, pädagogische, wissenschaftliche, kulturelle und musseale Zwecke und ebenso für Ausstellungen ausgenutzt werden können.

In dieser Überzeugung laden wir zur Zusammenarbeit und zur Beihilfe beim Aufbau und bei der Renovierung dieses, für Oberschlesien so wertvollen, Objektes herzlich ein.

 

Quelle:
http://www.kuria.gliwice.pl/rudy/wer_niem.htm
Kontakt: Dyr. odbudowy Ks. Jan Rosiek
Adresse: 47-430 Rudy, ul. Zamkowa 4, tel. +48/32/410 33 25
Konto: PBK S.A. I/O Rybnik Nr 11101284-401280009851
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